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Leistungen & Rollen am Bau

Baucontrolling

Baucontrolling ist der laufende Soll-Ist-Abgleich von Kosten, Terminen und Qualität während eines Bauprojekts. Es macht Abweichungen früh sichtbar, solange Gegensteuern noch günstig ist. Im Leistungsbild der AHO ist es dem Handlungsbereich Kosten zugeordnet und Teil der Projektsteuerung.

Was ist Baucontrolling?

Baucontrolling ist das kontinuierliche Steuerungsinstrument der Projektsteuerung. Es vergleicht laufend Soll und Ist bei Kosten, Terminen und Qualität. Abweichungen werden früh sichtbar, sodass rechtzeitig gegengesteuert werden kann, bevor aus einer kleinen Verschiebung ein teures Problem wird.

Fachlich verortet ist es im Leistungsbild der AHO, dem Standardwerk für Projektmanagementleistungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Dort gehört es zum Handlungsbereich Kosten, neben Organisation, Qualitäten, Terminen und Verträgen. Anders als die HOAI, die Planungsleistungen regelt, beschreibt die AHO die Leistungen des Auftraggebers und seiner Steuerung.

Der entscheidende Punkt ist der Zeitpunkt. Eine Kostenabweichung, die bei der Schlussrechnung auffällt, ist nicht mehr steuerbar, sie ist nur noch zu bezahlen. Dieselbe Abweichung vier Monate früher erkannt lässt sich durch Umplanung, Nachverhandlung oder Verzicht auf eine Position auffangen. Baucontrolling kauft also vor allem Zeit zum Handeln.

Wie sich Kostenexplosionen früh stoppen lassen, beschreibt der Ratgeber Baucontrolling: Kostenexplosionen am Bau früh stoppen.

Typische Frühwarnzeichen sind auflaufende Nachträge, ein Gewerk, das seinen Terminplan reißt und damit Folgegewerke blockiert, und Abweichungen zwischen beauftragter und tatsächlich erbrachter Menge, die erst beim gemeinsamen Aufmaß sichtbar werden.

Wichtige Punkte

  • Laufender Soll-Ist-Abgleich von Kosten, Terminen und Qualität.
  • Im AHO-Leistungsbild dem Handlungsbereich Kosten zugeordnet.
  • Frühwarnsystem für Abweichungen und auflaufende Nachträge.
  • Wert liegt im Zeitpunkt: früh erkannt ist steuerbar, spät erkannt nur noch zu bezahlen.
  • Grundlage für fundierte Bauherrenentscheidungen statt für nachträgliche Erklärungen.
  • Ergänzt die Bauüberwachung, ersetzt sie nicht.

Praxisbeispiel

Beim Projekt Matchbox in Eschborn, einem Neubau mit DGNB-Zertifikat in Platin, lag die Bauzeit bei 13 Monaten. Bei einer solchen Taktung bedeutet Baucontrolling, dass eine Verschiebung von zwei Wochen in einem Gewerk sofort auf ihre Folgen für alle nachgelagerten Gewerke durchgerechnet wird, nicht erst, wenn der Folgeunternehmer vor verschlossener Tür steht.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Baucontrolling und Projektsteuerung?

Baucontrolling ist das Steuerungsinstrument (Soll-Ist-Abgleich) innerhalb der übergeordneten Projektsteuerung.

Idealerweise früh – schon in der Planungs- und Vergabephase, damit Kostenrahmen und Termine von Anfang an überwacht werden.

Kosten, Termine und Qualität im laufenden Soll-Ist-Abgleich.

Nein, es ergänzt sie: Baucontrolling steuert Kennzahlen, die Bauüberwachung kontrolliert die Ausführung vor Ort.

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