Bauleitung
Die aktive Steuerung der Ausführung auf der Baustelle. Man unterscheidet örtliche Bauleitung und Oberbauleitung sowie den bauordnungsrechtlichen Bauleiter.
Was ist Bauleitung?
Bauleitung ist der Oberbegriff für die praktische Steuerung und Koordination der Baustelle. Die örtliche Bauleitung führt vor Ort, die Oberbauleitung koordiniert übergeordnet mehrere Abschnitte oder Bauleiter. Zusätzlich kennen die Landesbauordnungen den verantwortlichen Bauleiter im öffentlich-rechtlichen Sinn.
Die bauordnungsrechtliche Bauleitung ist davon zu trennen. Sie ist öffentlich-rechtlich vorgeschrieben und hat dafür zu sorgen, dass das Vorhaben entsprechend den öffentlich-rechtlichen Anforderungen ausgeführt wird. Übernehmen darf sie nur, wer die erforderliche Sachkunde und Erfahrung besitzt. Geregelt ist das in den Bauordnungen der Länder, in Hessen in § 59 HBO. Diese Rolle besteht unabhängig davon, was vertraglich mit dem Bauherrn vereinbart ist.
Wie sich Bauleitung, Bauüberwachung und Objektüberwachung unterscheiden, erklärt der Ratgeber Bauleitung, Bauüberwachung, Objektüberwachung.
Wichtige Punkte
- Örtliche Bauleitung: tägliche Steuerung und Koordination vor Ort.
- Oberbauleitung: übergeordnete Koordination mehrerer Abschnitte oder Bauleiter.
- Bauordnungsrechtliche Bauleitung: öffentlich-rechtliche Rolle, in Hessen § 59 HBO.
- Setzt erforderliche Sachkunde und Erfahrung voraus.
- Steuert aktiv und weist an, im Unterschied zur kontrollierenden Bauüberwachung.
- Führt das Bautagebuch und begleitet die Abnahme.
Praxisbeispiel
Bei einem Wohnungsbau koordiniert die örtliche Bauleitung Rohbau, Haustechnik und Ausbau so, dass die Gewerke ineinandergreifen: Der Estrich kann erst nach der Haustechnik im Boden, der Innenputz erst nach dem Fensterbau. Wer diese Reihenfolge falsch takten lässt, verliert Wochen, ohne dass jemand einen Fehler gemacht hätte.
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Häufige Fragen
Ist ein Bauleiter gesetzlich vorgeschrieben?
Bei genehmigungspflichtigen Vorhaben verlangen die Landesbauordnungen eine verantwortliche Bauleitung, in Hessen nach § 59 HBO. Sie hat dafür zu sorgen, dass entsprechend den öffentlich-rechtlichen Anforderungen gebaut wird, und darf nur von jemandem mit der erforderlichen Sachkunde und Erfahrung übernommen werden.
Was ist der Unterschied zwischen örtlicher Bauleitung und Oberbauleitung?
Die örtliche Bauleitung ist täglich auf der Baustelle, koordiniert die Gewerke und weist sie an. Die Oberbauleitung steht darüber und koordiniert mehrere Bauabschnitte oder mehrere örtliche Bauleiter, etwa bei Großprojekten mit parallelen Baufeldern.
Was kostet ein Bauleiter?
Das richtet sich nach Bausumme, Leistungsumfang und vor allem nach der geforderten Präsenz vor Ort. Möglich sind eine Abrechnung nach HOAI, eine Pauschale für das Projekt oder ein Stunden- beziehungsweise Tagessatz. Seit 2021 sind die HOAI-Honorartafeln ein Orientierungsrahmen, keine Preisbindung.
Wer haftet, wenn der Bauleiter Fehler übersieht?
Für die mangelhafte Leistung haftet zunächst die ausführende Firma. Der Bauleiter schuldet daneben sorgfältige Kontrolle und haftet, wenn ein Mangel bei pflichtgemäßer Überwachung hätte auffallen müssen. Eine lückenlose Kontrolle jedes Handgriffs schuldet er nicht, wohl aber eine dem Risiko angemessene.