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Beweissicherung

Beweissicherung ist die systematische Dokumentation des Bauzustands in Wort und Bild, bevor sich dieser Zustand verändert. Sie klärt im Streitfall, ob ein Schaden vorher schon vorhanden war oder durch die Bauarbeiten entstanden ist. Ohne sie trägt im Zweifel derjenige die Beweislast, der etwas behauptet.

Was ist Beweissicherung?

Bei der Beweissicherung wird der Bauzustand systematisch in Wort und Bild festgehalten, typischerweise vor Beginn von Arbeiten mit Risiko für Nachbargebäude oder vor kritischen Bauphasen. So lässt sich später belegen, welcher Zustand vorher bestand.

Der praktische Nutzen liegt in der Beweislast. Wer behauptet, ein Riss sei durch die Nachbarbaustelle entstanden, muss das beweisen. Ohne Dokumentation des Zustands vor Baubeginn ist dieser Beweis meist nicht zu führen, und zwar für beide Seiten nicht: Der Nachbar kann seinen Schaden nicht belegen, der Bauherr seine Unschuld ebenso wenig. Beweissicherung schützt deshalb beide.

Vom privaten Beweissicherungsgutachten zu unterscheiden ist das selbstständige Beweisverfahren nach den §§ 485 ff. ZPO. Das ist ein gerichtliches Verfahren, in dem ein vom Gericht bestellter Sachverständiger den Zustand feststellt, bevor ein Prozess läuft. Es hat vor Gericht mehr Gewicht, dauert aber länger und verursacht Kosten.

Im Rahmen der Bauüberwachung entsteht ein Teil dieser Dokumentation ohnehin laufend: Das Bautagebuch hält Witterung, anwesende Firmen, Arbeitsfortschritt und Besonderheiten fest, begleitet von Fotos. Wer diese Dokumentation konsequent führt, hat im Streitfall bereits einen erheblichen Teil der Beweise beisammen.

Wichtige Punkte

  • Systematische Foto- und Schriftdokumentation des Zustands vor Veränderung.
  • Klärt im Streitfall, ob ein Schaden vorher bestand oder neu entstanden ist.
  • Schützt beide Seiten: ohne sie kann keine von beiden ihre Position belegen.
  • Sinnvoll vor Abbruch, Baugrubenaushub, Rammarbeiten und Arbeiten an Nachbargebäuden.
  • Abzugrenzen vom selbstständigen Beweisverfahren nach §§ 485 ff. ZPO vor Gericht.
  • Das laufende Bautagebuch liefert bereits einen erheblichen Teil der Dokumentation.

Praxisbeispiel

Vor dem Abbruch eines Gebäudes in geschlossener Bauweise wird der Zustand der angrenzenden Brandwände fotografisch und schriftlich erfasst, einschließlich vorhandener Risse mit Maßangabe. Treten während der Arbeiten neue Risse auf, ist die Zuordnung eindeutig. Ohne diese Aufnahme steht Behauptung gegen Behauptung.

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Häufige Fragen

Wann ist eine Beweissicherung sinnvoll?

Vor Arbeiten mit Risiko für Nachbargebäude, bei kritischen Bauphasen und bei absehbarem Streit über den Bauzustand.

In der Regel ein unabhängiger Bausachverständiger, der den Zustand in Wort und Bild dokumentiert.

Ein gerichtliches Verfahren zur Sicherung von Beweisen über den Bauzustand vor einem möglichen Prozess.

So früh wie möglich, bevor sich der Zustand verändert oder Mängel überdeckt werden.

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